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Von Pfarrer Gunther Geipel

Liebe Gemeinde,

als Predigttext ist uns heute Jesu Lehre über das Gebet einschließlich des Vater-unsers gegeben (Matthäus 6,5-15). Aus dem Vater-unser, diesem großartigsten, wichtigsten und wegweisendsten aller Gebete wollen wir heute vor allem eine Bitte betrachten: DEIN REICH KOMME! Ein kurzer Blick soll dann noch auf die Bitte um das tägliche Brot und auf die Vergebungsbitte gerichtet werden. 

DEIN REICH KOMME! - Inmitten der Reiche und Kämpfe dieser Welt

Wie viele Reiche werden gegenwärtig zu bauen, zu erhalten und auszuweiten versucht! Politische Großreiche und kleine Staaten, die auf ihre Unabhängigkeit pochen. Religiöse Reiche wie das des Islam, der die Herzen und die geografischen Territorien der „Ungläubigen“ zu erobern sucht. Ökonomische Reiche in der Hand weniger Superreicher, die immer noch reicher werden wollen. Geistig-ideologische Reiche wie das des Neuen Atheismus, der den Gottesglauben ausrotten möchte. Oder wie das kommunistische Wunschreich der Neuen Linken, die viele Werte und Normen im Umgang mit Sexualität, Familie und Lebensschutz abschaffen wollen. Nicht zuletzt die Reiche der Medien, die global agieren und oft einflussreicher und mächtiger sind als Regierungen. Ein besonderer Kampf tobt um Israel und seine Hauptstadt Jerusalem.
Viele dieser Reiche bekämpfen sich gegenseitig. Ständig laufen „Cyberkriege“ im Internet. Und nicht selten münden die Kämpfe in „wirkliche“ Kriege, wodurch Tod, Not, Flucht und Elend entstehen.
Und das Reich Gottes? Das Reich, um das uns Jesus zum Vater beten lehrt: DEIN REICH KOMME!? Wird es nicht geradezu zerrieben zwischen all den Interessensphären und Kämpfen der Reiche dieser Welt? Oberflächlich betrachtet scheint es so. Die Christenverfolgung hat stark zugenommen und geschieht mittlerweile unter islamischem, atheistischem, hinduistischem und buddhistischem Vorzeichen. Und mitunter leider noch immer auch unter christlich-konfessionsverschiedenem Vorzeichen. In einer sehr großen Zahl von Ländern werden Christen oder einzelne Gruppen von Christen verfolgt - und das eben in so unterschiedlich geprägten Ländern wie Nordkorea, Iran, Nigeria, Indien, Myanmar oder Russland. Selbst in deutschen Asylbewerberlagern gab es ja Verfolgung von Christen durch Muslime, die selbst Asylbewerber waren. - DEIN REICH KOMME??? -  Ja, es kommt auch und gerade inmitten der Verfolgung! Gerade im Iran wächst die Gemeinde Jesu sehr stark. Sogar in manchen Flüchtlingslagern im Nahen Osten  kommen viele zum Glauben an Jesus. Nicht wenige Moslems haben Jesus-Träume oder Jesus-Visionen und wissen plötzlich, dass er mehr ist als ein Prophet – und Mohammed ein falscher Prophet.

Nun kam zu all den Reichen dieser Welt urplötzlich noch das „Corona-Reich“ dazu. Dieses kleine Virus bestimmte in kurzer Zeit fast alles in fast allen Ländern. Und das Reich Gottes, um das uns Jesus zum Vater beten lehrt: DEIN REICH KOMME!? - Die Christen in China haben die Corona-Zeit, die für sie ja zuallererst begonnen hatte, gut genutzt. Die Regierung hatte durch Corona kaum noch Zeit, sich auch noch um die Christen zu kümmern, die anderen per Internet, Telefon und in persönlicher Begegnung von Jesus erzählt haben. Von dem Jesus, der rettet und ewiges Leben schenkt. Und dessen Reich kommt und bleibt, wenn alles andere zu wackeln beginnt. In der „Corona-Zeit“ wurden über Ostern in Deutschland deutlich mehr Menschen mit Gottesdiensten per Internet erreicht als zu „normalen Zeiten“ in „normalen Gottesdiensten“.
Freilich ist es schön und wichtig, dass wir nun wieder „fast normale“ Gottesdienste feiern können. Denn für das Christsein, für das Wachstum des Reiches Gottes unter uns, sind alle 4 „G“ nach Apostelgeschichte 2,42 wichtig: Gottes Wort, Gemeinschaft, göttliches Mahl, Gebet. Deshalb wäre eine längerfristige und nicht durch den Katastrophenfall zu begründende Einschränkung der Versammlungsfreiheit auch eine Einschränkung der Religionsfreiheit. Dann hätten wir auch in Deutschland Christenverfolgung anderer Art und im großen Stil. Danach sieht es aber gegenwärtig nicht aus, selbst wenn es allerhand Zeitgenossen gibt, die Gottesdienste im Gegensatz zum Fußball für durchaus verzichtbar halten, und Kirche in keinster Weise für „systemrelevant“.

Was sollen und dürfen wir denn nun konkret beten? DEIN REICH KOMME ist ja nicht nur eine kurze Bitte. Es ist die Überschrift über viele Bitten mit der gleichen Zielrichtung.

  • Lasst uns beten für die Prediger bei uns, um klare und vollmächtige Verkündigung in den Treffen der Gemeinde und über die Medien,
  • um geistliche Erneuerung in Kirche und Theologie,
  • um Erweckung in unserem Land,
  • für die Missionare draußen,
  • für die verfolgten Christen und für die Verfolger, dass „Bekehrungen des Saulus“ geschehen,
  • für unsere Regierenden - um Weisheit von oben, dass sie das Recht wahren und das Leben schützen.

DEIN REICH KOMME! – Auch zu jedem von uns und durch jeden von uns persönlich

Martin Luther sagt im Kleinen Katechismus zur Bitte DEIN REICH KOMME, „wir bitten in diesem Gebet, dass es auch zu uns komme.“ Und er fragt und erklärt: „Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen Heiligen Geist gibt, dass wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und danach leben, hier zeitlich und dort ewiglich.“ – Also Gottes Gegenwart heute erleben in seinem Wort, im Gebet, in Schritten des Glaubens und des Gehorsams. Sein Reich unter uns erleben:  jetzt in diesem Gottesdienst, aber dann auch zu Hause, in der Kurklinik, auf  Arbeit und in der Schule.  

Um es noch von einer andren Seite her zu beleuchten: Wir sollten im besten Sinne evangelisch, protestantisch, katholisch, orthodox und pfingstlerisch sein:

  • Als Verkündiger des wunderbaren Evangeliums von Jesus Christus sind Christen aller Konfessionen „echt evangelisch“…
  • Als Zeugen „pro“, also „für“ Jesus Christus, das Leben, sind Christen „echte Pro-Testanten“ - und erst an zweiter Stelle „Anti-Testanten“ im geistlichen Kampf gegen Unglauben, Lüge und Tod.
  • Als „echte Katholiken“ - katholisch bedeutet: für alle, allgemein - haben wir die ganze verlorene Menschheit im Blick und beten um die weltweite Ausbreitung seines Reiches und unterstützen Mission auch durch unser Geld…
  • Als „echte Orthodoxe“ geht es uns um rechte Lehre und rechte „Doxologie“, d.h. um Anbetung Gottes im Geist und in der Wahrheit…
  • Als „echte Pfingstler“ vertrauen wir der Führung, Kraft und Weisheit des Heiligen Geistes…

DEIN REICH KOMME! – Endlich auch in seiner vollkommenen Gestalt

Jetzt erleben wir Gottes Reich inmitten dieser Welt mit ihrer Not. Aber Gottes Reich kommt auch in seiner vollkommenen Gestalt, wenn DER HERR selbst wiederkommt. Vorher wird noch manches an Nöten und Krisen, an Gräueln und Gerichten kommen. Aber ER kommt! So sollen und dürfen wir Menschen in Erwartung sein. Und Boten des wiederkommenden Herrn. SEINE zu erwartende Wiederkunft gibt uns Kraft und Mut, heute unser Tagwerk  zu tun und SEIN REICH auszubreiten. Jesus sagt im Kapitel vor dem unseres Predigttextes: „Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt. 5,14). Das sind wir bis ER selbst endlich als vollkommenes Licht erscheinen wird - und wir dann in neuer Weise mit ihm leuchten werden. -- Darum dürfen wir beten: Komme bald!

DEINE REICH KOMME! – Die REIC KOMMEDie Bitten um das tägliche Brot und um Vergebung: enorm wichtig und hängen mit Gottes Reich zusammen   

  • Lasst uns beten für die Menschen um uns her, die durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Ängste gerutscht sind. Offensichtliche Nöte gibt es ja bisher kaum, weil vieles durch Hilfsprogramme abgefedert wird. Aber noch ist da nicht aller Tage Abend…
  • Weit mehr als in unserem reichen Deutschland leiden schon jetzt Menschen in Afrika unter den materiellen Folgen der Corona-Krise. Lasst uns für sie beten um das tägliche Brot!

Ein großes Stück Brot im Hunger ist ein Stück „Himmel auf Erden“. SEIN REICH kann auch durch materielle Hilfe kommen – Brot in den Händen, Wohlbefinden im Bauch, Dankbarkeit im Herzen…
Jesus unterstreicht in seiner Gebetslehre nach dem Vater-unser ausdrücklich noch einmal die Bitte: „Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Vergebung für uns selbst ist der Hauptschlüssel zu unserem Frieden mit Gott und zur Gemeinschaft mit Gott. Jesus unterstreicht hier überraschenderweise aber vor allem den 2. Teil: dass wir nun auch unseren Mitmenschen ihre Übertretungen vergeben sollen. Wenn wir nicht vergeben, vergibt uns Gott auch nicht…bis wir endlich vergeben. Vergebung ist eine Willensentscheidung, nicht eine Gefühlssache. Es mag im Herzen noch sehr schmerzen, was dir da jemand angetan hat. Vergib ihm trotzdem! Vergib ihm unverdient, wie Gott dir unverdient vergibt! Sprich es vor Gott aus: Vater, ich vergebe ihm/ihr jetzt! Vom Willen her können wir den Schritt setzen – und dann erleben wir auch über kurz oder lang, wie innere Wunden heilen und bittere Gefühle verschwinden.  – Auch das ist eine Erfahrung des REICHES GOTTES hier und heute.   

  • DEIN REICH KOMME! - Inmitten der Reiche und Kämpfe dieser Welt
  • Auch zu jedem von uns und durch jeden von uns persönlich
  • Die Bitten um das tägliche Brot und um Vergebung: enorm wichtig und hängen mit Gottes Reich zusammen
  • DEIN REICH KOMME! – Endlich auch in seiner vollkommenen Gestalt

Darum dürfen wir beten.
Und dadurch wird der Vater im Himmel geehrt, wird SEIN Name geheiligt.
Amen

   

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